jazz first 2025

Experiment geglückt - neues Format von „jazz first“ begeistert Musikfreunde

​​​​​​Mutig – anders lässt sich wohl kaum bezeichnen, wenn vier international renommierte Jazz-Profis und neun Nachwuchskünstler ein öffentliches Konzert wagen, obwohl sie sich erst zwei Tage kennen. Ob das gut gehen kann, wird sich auch der musikalische Leiter von „jazz first“, der bekannte Jazz-Saxophonist Ulli Jünemann​​​​​, gefragt haben? Doch das Experiment gelang überzeugend.

Gut zwei Stunden begeisterten Profis und Nachwuchstalente - in wechselnden Formationen – das Publikum am 16. Januar im vollbesetzten Darmstädter „Kulturzentrum Bessunger Knabenschule“. Doch das reichte den Zuhörern nicht: Sie forderten enthusiastisch mehr – und bekamen beeindruckende Zugaben.

Nur zwei Tage Zeit hatten die vier Profis, außer Jünemann die Pianistin Kasia Pietrzko (Polen), der Schlagzeuger Bruno Castellucci (Italien) und die Bassistin Bo Waterschoot (Belgien), neun junge Leute aus Polen und Deutschland in einem Workshop auf das Konzert vorzubereiten. Die Nachwuchskünstler hatten sich im vergangenen Jahr einem Auswahlverfahren unter Leitung von Ulli Jünemann und Kasia Pietrzko gestellt und die Zusage zum Workshop erhalten.

Initiator von Workshop und Konzert war der Lions Club Seeheim an der Bergstraße, unter der Regie des Projektleiters und guten Geistes des gesamten Projekts Klaus Bartl. Der Service-Club, der intensive Kontakte nach Polen pflegt, wollte an Darmstadts deutsch-polnische Jazz-Tradition anknüpfen. Slawek Heller, Lions-Mitglied, Mitinitiator und -organisator von „jazz first“, erinnerte daran, dass die Stadt – und dort insbesondere der Jazz-Keller Jam Pott – in den 1950er bis 1980er Jahren der Ort war, der vielen jungen Jazzmusikern aus Polen die erste Chance bot, sich auf westeuropäischer Bühne zu beweisen. Viele später im „Who‘s who“ der globalen Jazz-Szene.

V.l.n.r.: Projektleiter Klaus Bartl, die internationalen Profis Kasia Pietrzko, Ulli Jünemann, Bo Waterschoot, Bruno Castellucci und die Nachwuchsmusiker Julius Luchterhandt, Violet Greens, Bartek Janicki, Carl Krämer, Dawid Kaminski, Jan Myszka, Julien Briant, Karol Hajkowicz, Pawel Seyda. | Foto: Andy Sikora

Außerdem wollte der Lions-Club Seeheim – wie Klaus Bartl in seinen Begrüßungsworten betonte – einen Beitrag zur Verständigung beider Nationen leisten sowie einen Akzent gegen die grassierenden nationalen Egoismen setzen. Es sei darum gegangen, Menschen zusammen zu bringen – über Staats- und Sprachgrenzen hinweg. Und wenn man gesehen und gehört hat, wie sich die Musiker in den Workshops gefunden hatten, so muss man sagen: Das funktionierte.

Dies war einer der Gründe, weshalb „jazz first“, das im Rahmen des Darmstädter DAZZ-Festivals 2025 stattfand, unter anderem von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, dem polnischen Adam-Mickiewicz-Institut und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur unterstützt wurde. Weitere Sponsoren siehe unten.

Dabei ist nicht zu vergessen: Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg war die sehr enge Kooperation mit dem Kulturzentrum Bessunger Knabenschule. Dank derer hervorragenden Möglichkeiten und vor allem dank der unkomplizierten wie verlässlichen Zusammenarbeit konnte dieses Projekt letztlich zum Erfolg führen.

Das Konzert: Erste Formation | Fotos: Andy Sikora
Zweite Formation
Dritte Formation
Die internationale Profi-Formation
Bessunger Knabenschule - volles Haus!

Bereits 2022 hatte der Lions Club Seeheim mit Unterstützung des deutsch-polnischen Kulturvereins SALONik (Darmstadt) im Rahmen eines Jumelagebesuchs des Lions Clubs Kraków Stare Miasto (Krakauer Altstadt)  ein Benefizkonzert zur Förderung der deutsch-polnischen Freundschaft veranstaltet.

Das Vorhaben für das Projekt "jazz first 2025", das von den polnischen Lions Clubs Kraków Stare Miasto (Krakauer Altstadt) und Callisia aus Kalisz mit besten Verbindungen zur polnischen Jazz-Szene unterstützt wurde, fußte auf den damaligen Überlegungen, Grundsätzen und Erfahrungen.

Die damaligen Strukturen hatten nun aber die beschriebene experimentelle Weiterentwicklung erfahren. Die begeisterte Resonanz des zahlreichen Publikums bestätigt die Macher dieses neuen Veranstaltungsformats ausdrücklich.

Die Macher - v.l.n.r.: Slawek Heller, Klaus Bartl, Ulli Jünemann. | Fotos: Andy Sikora
Allen Nachwuchskünstlern wurde eine Teilnahme- und Anerkennungsurkunde überreicht
Während der zweitägigen Proben
Die Meister, Mentorinnen und Mentoren

Veranstalter:
Lions Club Seeheim a. d. Bergstraße
(Rechtsträger: Lions Förderverein Seeheim an der Bergstraße e.V.)

Kooperationspartner im Rahmen des DAZZ-Festivals:
Kulturzentrum Bessunger Knabenschule e.V.

Weiterer Kooperationspartner:
SALONik e.V., Darmstadt

Unterstützende Partner:
Lions Club Krakow stare Miasto
Lions Club Callisia, Kalisz
MEAKULTURA, Gliwice, Polen

Organisationsteam:
Klaus Bartl, Slawek Heller, Ulli Jünemann

Sponsoren:

Kurzfassung des jazz first videos auf YouTube (6-Minuten-Zusammenschnitt): | Autor dieses Films: Andy Sikora